Raku-Keramik ist eine besondere Keramiktechnik mit Ursprung in Japan. Sie verbindet Handwerk, Feuer und Zufall – das Ergebnis ist immer einzigartig.
Ursprung
- Entstand im 16. Jahrhundert in Japan
- Eng verbunden mit der japanischen Teezeremonie
- Der Name „Raku“ bedeutet „Freude“, „Leichtigkeit“ oder „Gelassenheit“
- Klassisch wurden Teeschalen (Chawan) hergestellt
Besonderheit der Technik
Das Entscheidende an Raku ist, dass die Keramik glühend heiß aus dem Ofen genommen wird.
Ablauf (vereinfacht)
- Formen
- Meist von Hand, nicht auf der Töpferscheibe
- Unregelmäßige, organische Formen sind erwünscht
- Erster Brand (Schrühbrand)
- Ca. 900–1000 °C
- Glasieren
- Spezielle Raku-Glasuren (oft mit Kupfer, Eisen oder Kobalt)
- Raku-Brand
- Ca. 950–1050 °C
- Stücke werden glühend aus dem Ofen geholt
- Reduktion
- Heiße Keramik kommt in Sägemehl, Laub oder Papier
- Sauerstoffmangel erzeugt:
- Rissbildungen (Craquelé)
- Metallische Effekte
- Schwarze Flächen
- Abkühlen & Reinigen
- Oft mit Wasser abgeschreckt
- Ruß wird später entfernt
Typische Merkmale
- Rissige Glasuren
- Unvorhersehbare Farben
- Schwarze, rauchige Oberflächen
- Jedes Stück ist ein Unikat
- Stark vom Zufall beeinflusst
Japanisches vs. westliches Raku
Japanisches Raku
- Schlicht, erdig, meist ohne Glasur
- Spirituell, ruhig, minimalistisch
- Für Teezeremonien
Westliches Raku
- Mehr Farben & Effekte
- Starke Reduktion
- Künstlerischer, experimenteller Ansatz
